Das Vorwort zu meinem vorjährigen Artikel ( Fechtkunst – nicht nur eine taktische Sportart) habe ich mit dem Satz "Die Ziele der Fechtkunst von früher und heute sind erstrebenswert und es lohnt sich dafür manchen Schweißtropfen zu vergießen" beendet.
Diese erstrebenwerten Ziele im Fechten sind allerdings sehr mühsam und mit dem nötigen Zeitaufwand zu erreichen. Dauert es doch relativ lang bis man Ergebnisse und Erfolge erreichen kann. Deshalb werden junge Menschen heute eher zu Sportarten hingezogen in denen man "herumspielen" und schnell alles mitmachen kann. Es gab deshalb auch im Fechten Bestrebungen kein anspruchsvolles Technik- und Taktiktraining dem Sportler aufzuerlegen, sondern ihn schnell frei fechten zu lassen. Man war bestrebt nach den Basistechniken gleich auch das Wettkampfgefecht zuzulassen. Die Auswirkungen sind meiner Meinung nach absolut nicht nachahmenswert, gleichen doch solche Wettkämpfe mehr einer Gassenprügelei, als einem fairen Wettkampf nach den Regeln der Fechtkunst. Viele renommierte Fechtmeister und Trainer haben dies erkannt und haben ihre Ausbildung von Wettkampffechtern wieder an der klassischen Fechtschule orientiert –allerdings gepaart mit der nötigen Härte – die notwendig ist, um ein großes Turnier durchstehen zu können. Man sieht bei Weltcupturnieren, Weltmeisterschaften und Olympiaden wieder häufiger technisch hochklassig geführte Gefechte mit fechterischen Finessen.
Auch wenn wir in unserer Abteilung nicht nach Weltcuppunkten streben, so möchten wir unseren Fechtern die "Fechtkunst" so vermitteln, dass damit auch kleinere sportliche Erfolge erzielt werden können und die Freude am Fechten nicht zu kurz kommt..
Die fechterischen Grundlagen und das nötige Wissen um ein Turnier bestreiten zu können, wird in unseren Übungsstunden Woche für Woche von Bernd Milde und mir vermittelt. Diese Ausbildung erfordert von Fechtern und Trainern viel Geduld, aber nach einer gewissen Zeit sind beachtliche Fortschritte zu bemerken. Leider gab es im vergangenen Jahr keinen Kurs im Rahmen von Aalen sportiv, aber im Laufe des Jahres konnten wir doch einige Zugänge verbuchen. Es bleibt zu hoffen, dass deren Ausdauer ausreicht um zu einem Fechter oder Mehrkämpfer (Friesenkämpfer) heranzureifen.
Einige unserer Jugendlichen haben in diesem Jahr die Turnierreife erreicht und die geforderte Anfängerprüfung bestanden. Von Bezirksfechtwart Bernd Milde konnten sie ihre Pässe in Empfang nehmen. Mit diesem Pass sind sie berechtigt an Turnieren teilzunehmen.
In den Schülerjahrgängen 1999 und 2000 traten Felix König und David Hechtl zu verschiedenen Turnieren im Florettfechten an. Sie konnten sich wohl nicht auf die Potestplätze vorkämpfen, aber beachtliche Erfolge verschafften ihnen Plätze im Mittelfeld der Teilnehmer. Der Höhepunkt waren die Württembergischen Meisterschaften in Eislingen, wo beide jeweils die Zwischenrunden erreichten.
Linnea Kluge startete bei der B-Jugend und konnte dort auf sich aufmerksam machen.
Die Jugendlichen Julius Wälder (1997) und Raphael Stock (1996) stellten sich erstmals mit dem Degen der Konkurrenz und konnten bei mehreren Turnieren Erfahrung sammeln.
Julius Wälder startete auch erstmals bei einem Friesenkampf (Schießen, Kugelstoßen, Laufen, Schwimmen und Fechten) in Esslingen und qualifizierte sich mit seiner Punktzahl für die Deutschen Meisterschaften in Einbeck. Dies gelang auch den beiden Seniorenfechtern Günter Böhringer und Bernd Milde.
Zu dritt fuhren Sie am dritten Septemberwochenende nach Einbeck um den Kampf um die Deutschen Meisterschaften aufzunehmen. Julius Wälder überzeugte mit mehreren Bestleistungen und freute sich über den 7. Platz in einem starken Teilnehmerfeld. Günter Böhringer und Bernd Milde mussten sich nach mäßigen Fechtleistungen mit den Plätzen 7 und 4 zufrieden geben. Für beide war dies unbefriedigend, nachdem sie im Vorjahr Platz 3 und Platz 1 belegt hatten.
Im Deutschlandpokal haben wir in diesem Jahr auf einen Start verzichtet. Vielleicht klappt es mit einer neuen jungen Mannschaft im nächsten oder übernächsten Jahr.
Als Nachtrag vom vergangenen Wettkampfjahr ist noch das Ergebnis unseres Abteilungsturniers vom November 2010 zu erwähnen :
1.) Günter Böhringer
2.) Jochen Francz
3.) Simon Stock
4.) Sven Rothenberger
5.) Bernd Milde
6.) Ingmar Bauckhage
7.) Jonas Rous
Weder mit dem Degen noch mit dem Florett aber nicht minder sportlich ging es beim österlichen Spitzarschen im MTV – Heim zu. Über 60 Teilnehmer wollten Spitzarsch oder gar Superspitzarsch werden. Nach einigen lustigen und zum Teil recht lautstarken Runden wurden alle zerschlagenen Eier zu einem schmackhaften Eiersalat verarbeitet und von den Teilnehmern mit Genuss verspeist.
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