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Kontakt:
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MTV Aalen 1846 e.V. , Stadionweg
11, 73430 Aalen
Tel. 07361 43343, Fax. 07361 94 33 12,
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Kindersport |
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Rückenschule für Kinder - wozu? |
Katrin Faßmeyer |
Eine Untersuchung der Bundesarbeitsgemeinschaft zur
Förderung haltungs- und bewegungsauffälliger Kinder und
Jugendlicher e.V. zeigte, dass ...
- sechsjährige Kindergartenkinder im Durchschnitt schon 5 - 6 Stunden täglich sitzen.
- acht- bis zehnjährige Schulkinder im Durchschnitt zwischen acht und neuneinhalb Stunden pro Tag sitzen.
Die Kinderrückenschule ...
– bringt Kinder in Bewegung nach dem Motto: Der beste Stuhl
ist der, auf dem man nicht sitzt.
– vermittelt darüber hinaus rückenfreundliche Bewegungsmuster
und Verhaltensweisen (wenn schon sitzen, dann aber
richtig!)
– sensibilisiert die Kinder durch Wahrnehmungsübungen für
ihren eigenen Körper (wenn ich meinen Körper kenne, weiß ich was ihm schadet und was ihm gefällt)
– beinhaltet Übungs- und Spielformen zur Koordinationsschulung
– zeigt den Kindern, wie sie ihre Muskeln dehnen und
kräftigen können und wie man sich richtig schön entspannen
kann.
Die Wirbelsäule ... .... besteht aus 24 freien
Wirbeln
.... ab dem 2. Halswirbel bis zum
Kreuzbein werden jeweils zwei
benachbarte Wirbelkörper durch
eine Zwischenwirbelscheibe
(Bandscheibe) verbunden.
.... wird auch durch die Muskeln
aufrecht gehalten.
Bei Kindern entwickelt sich die für den Erwachsenen
typische doppelte S-Schwingung der Wirbelsäule aufgrund
charakteristischer Entwicklungsschritte:
– Die Lage im Uterus (Gebärmutter) bedingt beim Neugeborenen
und Säugling einen totalrunden Rücken.
– Durch das Heben des Kopfes aus der Bauchlage (ca. 2. Monat)
entwickelt sich die Krümmung der Halswirbelsäule nach
vorne.
– Durch erste Geh- und Stehversuche (ca. 10. - 11. Monat)
kommt es zu einer Körperaufrichtung und damit zu einer Beckenkippung.
Dadurch wird eine Krümmung der Lendenwirbelsäule
nach vorne unterstützt.
– Zwischen dem 5. und 7. Lebensjahr hat die Wirbelsäule
die doppelte S-Form mit den zwei lordotischen (HWS,
LWS) und den zwei kyphotischen (BWS, KWS) Schwingungen
erreicht.
Die Untersuchung der Wirbelsäule mit der Beurteilung der
Haltung der Kinder gehört nach Meinung vieler Experten zum
schwierigsten Kapitel der orthopädischen Diagnostik, da die
Haltung u.a. von folgenden Faktoren abhängig ist:
– Anatomische Faktoren (Fußstellungen, Gelenkformen, Skelettentwicklung,
etc.). Anmerkung: Baby - Scheinplattfüsse,
O - Beine des Säuglings und X - Beine des Kleinkindes sind
entwicklungsspezifische Besonderheiten und sind nicht therapiebedürftig.
– Physiologische Faktoren (Leistungsfähigkeit der Muskulatur,
sensomotorische Koordination, zentralnervöse Steuerung, Ernährung,
etc.)
– Psychische Faktoren (Stimmung, Selbstwertgefühl, Körpererfahrung,
etc.)
– Soziale Faktoren (Mode, Vorbilder, Normen, Erziehung, etc.)
Darüber hinaus beeinflussen Alter, Geschlecht und Körpergröße
die menschliche Haltung.
Haltung ist also das Ergebnis des Zusammenwirkens von geistigen
und körperlichen Faktoren. Sie ist auf jeden Fall individuell.
Deshalb ist auch eine Normangabe, an der Abweichungen
bemessen werden können, sehr schwierig.
Das Konzept der Kinderrückenschule ist präventiv ausgerichtet.
Das heißt, die Übungen, Informationen und Spielformen,
die in der Kinderrückenschule vermittelt werden, sollen dazu
beitragen, dass Haltungsschwächen erst gar nicht entstehen.
Kinder mit Haltungsschäden bedürfen einer gezielten medizinischen
Therapie und können nach ärztlicher Absprache in die
Kinderrückenschule integriert werden.
Die fünf goldenen Rückenregeln
1. Bewege dich.
2. Halte den Rücken gerade.
3. Verändere beim Sitzen möglichst oft deine Position.
4. Gehe beim Bücken in die Hocke.
5.Verteile Lasten und halte sie dicht am Körper.
Wie sollte ein rückenfreundliches
Kinderzimmer aussehen ?
Grundregel: Platz zum Bewegen und Toben
Beobachtet man Kinder beim Spielen, fällt auf, dass sich ruhigere
Spielphasen mit aktiven, bewegungsintensiven Intervallen
abwechseln. Dem sollten Sie bei der Einrichtung des Kinderzimmers
Rechnung tragen. Ist die Wohnung zu klein, um ein
Kinderzimmer einzurichten, können Sie einfach eine Nische im
Raum abtrennen. Auch Kinder brauchen - spätestens vom 3.
Lebensjahr an - einen Raum, um sich zurückzuziehen. Wählen
Sie wenig, aber dafür sinnvolles Spielmaterial. Im Zimmer sollte vor allem viel Freiraum zum Toben oder Bauen mit Bauklötzen
bleiben. Eine große Freifläche in der Zimmermitte kann einmal
zum Aufstellen eines kleinen Trampolins, ein anderes Mal zum
Aufbauen eines Kriechtunnels oder einer Höhle genutzt werden.
Für den Türrahmen gibt es im Fachhandel entsprechende
Turn- und Schaukelklemmstangen, die individuell angepasst
werden können. Vorgefertigte Spielgeräte, die nicht verändert
werden können, verlieren schnell ihren Reiz. Ein stabiler Tisch,
der sich mit Decken in eine Höhle verwandelt, der ohne Decke
aber ein Haus ist und sogar noch als Berg bestiegen werden
kann, wird dagegen immer wieder interessant sein.
Empfehlungen für das Tragen
von Rucksäcken/Schulranzen:
Folgende Gewichte sollten nicht
überschritten werden:
| 3. bis 5. Lebensjahr: |
1 kg |
| 6. bis 8. Lebensjahr: |
2 kg |
| 9. bis 12. Lebensjahr: |
4 kg |
| 13. bis 16. Lebensjahr: |
6 kg |
Übrigens:
Ich bin mit meiner Rückenschule
für Kinder regelmäßig
in Kindergärten
und Schulen unterwegs
und konnte dabei immer
wieder beobachten:
Spaß macht das Ganze
auch noch !!!! |
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